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PayPal-Gebühren im Vergleich zu anderen Zahlungsanbietern

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martinpeterson

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In der heutigen Zeit des E-Commerce ist eine reibungslose und kostengünstige Zahlungsabwicklung für Online-Händler von entscheidender Bedeutung. PayPal ist zweifellos einer der bekanntesten und meistgenutzten Zahlungsanbieter auf dem Markt.

Doch wie schneiden die von PayPal erhobenen Gebühren im Vergleich zu anderen beliebten Zahlungs-Gateways ab? In diesem Artikel werden wir die Gebührenstrukturen verschiedener Anbieter unter die Lupe nehmen und analysieren, wann die Nutzung von PayPal wirtschaftlich sinnvoll ist und wann andere Lösungen möglicherweise kostengünstiger sind.

Gängige Zahlungsanbieter im Überblick

Bevor wir einen detaillierten Gebühren Vergleich anstellen, ist es hilfreich, einen Überblick über einige der wichtigsten Zahlungsanbieter neben PayPal zu erhalten:

Stripe:

Eine moderne und benutzerfreundliche Lösung, die vor allem bei kleineren E-Commerce-Shops und SaaS-Unternehmen beliebt ist. Integrationen in viele gängige Plattformen und Entwickler-freundliche APIs.

Skrill:

Ein in Europa sehr verbreiteter Anbieter für Online-Zahlungen und digitales Wallet mit Niederlassungen in verschiedenen Ländern. Bietet Händlern auch White-Label-Lösungen.

WorldPay

Ein globaler Zahlungsweise mit Präsenz in über 120 Ländern. Bietet umfassende aber oftmals komplexere Lösungen für Enterprise-Kunden.

Adyen:

Ein in den Niederlanden beheimateter Payment-Service-Provider, der sich durch hohe Flexibilität und Skalierbarkeit auszeichnet.

Amazon Pay

Die von Amazon betriebene Zahlungslösung ermöglicht den Kunden die Verwendung gespeicherter Amazon-Kontodaten bei Drittanbietern .

PayPal:

Der Branchenprimus für Online-Zahlungen und digitale Geldbörsen mit einer enormen Reichweite weltweit.

Natürlich gibt es noch viele weitere Player wie Checkout, Authorize.Net, Braintree und andere. Die grundlegenden Gebührenmodelle ähneln sich jedoch oft.

Vergleich der typischen Gebührenstrukturen

Die meisten Zahlungsanbieter erheben Gebühren auf Basis einer prozentualen Verkaufsgebühr plus einer festen Transaktionsgebühr. Die genauen Sätze variieren je nach Anbieter, Verkäufer Standort, Transaktionsvolumen und anderen Faktoren.

Betrachten wir beispielhaft die typischen Gebühren für einen deutschen Händler, der Online-Verkäufe in Euro abwickelt:

| Anbieter | Verkaufsgebühr | Transaktionsgebühr |

|-----------|---------------|--------------------|

| PayPal    | 2,49% + 0,35€ |           -         |

| Stripe    | 1,4% + 0,25€ |           -         |

| Skrill    | 2,99% + 0,31€|           -         |

| WorldPay  | 1,95% + 0,35€|           -         |

| Amazon Pay| 3,4% + 0,35€ |           -         |

Aus dieser vereinfachten Übersicht wird schnell ersichtlich, dass Stripe und WorldPay mit den niedrigsten prozentualen Verkaufsgebühren für reine Euro-Transaktionen aufwarten.

Allerdings gibt es noch einige weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss:

Internationale Transaktionen:

Für grenzüberschreitende Zahlungen fallen bei den meisten Anbietern höhere Gebühren oder Währungsumrechnungsgebühren an.

Externe Zahlungsanbieter:

Wenn Käufer mit PayPal, Apple Pay oder anderen Drittanbieter-Lösungen bezahlen, kommen zusätzliche Gebühren für die Annahme dieser Zahlarten hinzu.

Monatliche Grundgebühren

Abhängig vom Anbieter und Abrechnungsmodell können monatliche Grundgebühren für den Service anfallen, was für Shops mit geringem Transaktionsvolumen nachteilig ist.

Einrichtungs-/Deaktivierungsgebühren

Bei einigen Anbietern werden zusätzliche Kosten für die initiale Einrichtung oder Deaktivierung des Zahlungskontos erhoben.

Rückbuchungen/Rückerstattungen

Die Gebühren für Rückbuchungen oder die Handhabung von Rückerstattungen können ebenfalls variieren.

Diese zusätzlichen Kosten und Gebühren erfordern stets eine individuelle Prüfung der Gesamtsituation. In manchen Fällen kann ein Zahlungsanbieter mit leicht höheren Verkaufsgebühren aufgrund günstigerer Bedingungen in anderen Bereichen die kosteneffizientere Option sein.

Szenarien, in denen PayPal günstiger oder teurer sein kann

Um die relative Kostensituation besser einschätzen zu können, lohnt ein Blick auf typische Verkaufsszenarien, in denen PayPal im Vergleich zu anderen Anbietern entweder günstiger oder teurer abschneidet:

PayPal ist günstiger in folgenden Fällen:

- Der Großteil der Käufer nutzt bereits ein PayPal-Konto und zahlt somit ohne zusätzliche Gebühren

- Die Verkäufe erfolgen hauptsächlich innerhalb der gleichen Region/Währungszone

- Der Händler profitiert von günstigen Sondergebühren durch sehr hohe PayPal-Verkaufsvolumen 

- Andere Anbieter erheben hohe zusätzliche Gebühren wie monatliche Grundgebühren oder Rückbuchungsgebühren

PayPal ist tendenziell teurer in folgenden Fällen:

- Hoher Anteil an internationalen/grenzüberschreitenden Verkäufen

- Viele Käufer nutzen Zahlungsmethoden von Drittanbietern, für die zusätzliche Gebühren anfallen

- Das Verkaufsvolumen ist eher gering, sodass Grundgebühren stärker ins Gewicht fallen

- Andere Anbieter offerieren deutlich niedrigere Gebührensätze, insbesondere für Regionen außerhalb von Europa/USA

Wie so oft, kommt es also auf die individuellen Gegebenheiten eines Unternehmens an, wann sich PayPal lohnt oder kostengünstigere Alternativen in Betracht gezogen werden sollten.

Ein gewichtiger Faktor ist zweifellos die starke Markenbekanntheit und das Vertrauen, das viele Kunden in PayPal als etablierten Bezahlstandard setzen. Dieser "Vertrauensbonus" kann durchaus höhere Gebühren aufwiegen.

Praxisbeispiel: Kosten für einen Online-Shop 

Angenommen, ein Einzelhändler betreibt einen Online-Shop und möchte die jährlichen Zahlungsgebühren für PayPal und zwei Wettbewerber vergleichen:

- Standort: Deutschland

- Jährliches Verkaufsvolumen: 500.000 € 

- Durchschnittlicher Transaktionswert: 75 €

- 80% Inlandsverkäufe, 20% EU-Auslandsverkäufe

- 60% Zahlungen per PayPal, 30% Kreditkarte, 10% Sofortüberweisung

Die angenommenen Gebühren der Anbieter sind:

PayPal

- Inlandsverkäufe: 2,49% + 0,35€

- EU-Auslandsverkäufe: 3,99% + 0,35€

Stripe

- Inlandsverkäufe: 1,4% + 0,25€

- EU-Auslandsverkäufe: 1,8% + 0,25€

Skrill

- Inlandsverkäufe: 2,99% + 0,31€

- EU-Auslandsverkäufe: 3,99% + 0,31€

Für die Berechnung gehen wir vereinfacht von folgenden jährlichen Transaktionsvolumen aus:

- Inlandsverkäufe: 400.000 € (6.667 x 60€ Avg. Transaktionswert)

- EU-Auslandsverkäufe: 100.000 € (1.333 x 75€ Avg. Transaktionswert)

Die jährlichen Gebühren würden sich wie folgt berechnen:

PayPal

- Inlandsverkäufe: 400.000 € x 2,84% = 11.360 €

- EU-Ausland: 100.000 € x 4,34% = 4.340 €

- Gesamt: 15.700 €

Stripe

- Inlandsverkäufe: 400.000 € x 1,65% = 6.600 € 

- EU-Ausland: 100.000 € x 2,05% = 2.050 €

- Gesamt: 8.650 €

Skrill

- Inlandsverkäufe: 400.000 € x 3,30% = 13.200 €

- EU-Ausland: 100.000 € x 4,30% = 4.300 € 

- Gesamt: 17.500 €

In diesem Beispiel wäre Stripe mit 8.650 € die günstigste Option vor PayPal mit 15.700 € und Skrill mit 17.500 €.

Die Berechnung verdeutlicht, dass selbst leicht höhere prozentuale Gebühren durch andere Kostenvorteile (z.B. niedrigere Transaktionsgebühren) wieder ausgeglichen werden können.

Zusätzlich müssten noch weitere Faktoren wie:

- Wechselkursgebühren bei Fremdwährungen

- Potenzielle Staffelungen der Gebühren bei höheren Volumina 

- Monatliche Grundgebühren oder Einrichtungskosten

- Integrationsaufwand in die Shopplattform

- Mögliche Gebühren für Zahlungen per Sofortüberweisung/Rückbuchungen

...berücksichtigt werden, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Am Ende müssen die Gesamtkosten für den Zahlungsverkehr einer Bewertung der Serviceleistungen und Zusatzangebote wie Verkäuferschutz, Analysetools etc. gegenübergestellt werden. Nur so lässt sich die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für den jeweiligen Online-Shop finden.

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